Schwanger - wer noch?

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Geschrieben von S_A_M am 18.01.2005, 10:20 Uhr

Ersttrimester-Screening

Was man sich hier überlegen muss, ist folgendes:

Das Ergebnis des First-Trimester-Sreenings (im Wesentlichen Blutuntersuchungen und Nackenfaltenmessung) ist KEINE Diagnose für irgendeine Behinderung und auch KEIN Ausschluss irgendeiner Behinderung und sicher erkennen kann man da nix außer bestimmten Hormonkonzentrationen im Blut und der Dicke der Nackenfalte des Babys.

Das First-Trimester-Screening ist ein Verfahren, bei dem eine individuelle Wahrscheinlichkeit (!) errechnet wird und man als Ergebnis einen bestimmten Wert bekommt. Z.B.: Ihre Wahrscheinlichkeit ein Kind mit Down-Syndrom zu erwarten, liegt bei 1:593 / oder 1: 1063 / oder 1: 94 usw..

Das ist KEINE Diagnose! Man kann aufgrund dieser Werte KEINE klare Aussage machen wie z.B.: "Ihr Kind hat Down-Syndrom" oder "Ihr Kind hat kein Down-Syndrom".

Von daher muss man sich überlegen, was man mit seinem Wahrscheinlichkeitswert, den man als Ergebnis bekommt, anfangen möchte:

Ist das ok für einen? Kann man damit die Schwangerschaft genießen oder macht es einen kirre nicht zu wissen, ob man vielleicht die eine von z.B. 472 Schwangeren ist, die ein solch besonderes Kind erwartet? Man muss sich entscheiden, ob einem die Wahrscheinlichkeit reicht oder ob man eine invasive Untersuchung machen lassen möchte, um Sicherheit zu haben. Denn Chromosomenbesonderheiten wie sie Ursache für z.B. Down-Syndrom sind, können nur durch eine Untersuchung der Chromosomen selbst mit nachezu 100-prozentiger Sicherheit diagnostiziert werden. Alles andere bleibt letzlich Spekulation.

Und invasive Untersuchung bedeutet: Amniozentese, Chorionzottenbiopsie o.ä.. Und das bedeutet wiederum, sich mit den damit verbundenen Risiken befassen zu müssen, z.B. mit dem der Fehlgeburt und auch mit dem Aspekt, wohlmöglich ein Ergebnis zu bekommen, das man sich nicht gewünscht hatte.

Also: Das Ergebnis was man beim First-Trimester-Screening bekommt, ist ein Wahrscheinlichkeitswert und in Hinblick auf eine Behinderung keine Diagnose für irgendwas und auch kein Ausschluss von irgendwas:

Sind die Werte auffällig, heißt das nicht automatisch, dass das Baby eine Behinderung hat (falsch-positives Ergebnis). Um so gut wie sicher zu sein, dass das Ergebnis richtig ist, müsste man eine invasive Untersuchung (Amniozentese, Chorionzottenbiopsie o.ä.) durchführen lassen, denn nur durch eine Untersuchung der Chromosomen können Behinderungen wie Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) und Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) festgestellt werden.

Und sind die Werte von Nackenfaltenmessung, Blutuntersuchung usw. unauffällig, heißt das nicht automatisch, dass das Baby keine Behinderung hat (falsch-negatives Ergebnis). Das bedeutet auch in diesem Fall: Um so gut wie sicher zu sein, dass das Ergebnis richtig ist, müsste man eine invasive Untersuchung (Amniozentese, Chorionzottenbiopsie o.ä.) durchführen lassen, denn nur durch eine Untersuchung der Chromosomen können Behinderungen wie Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) und Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) festgestellt werden.

Ein Baby, bei dem Nackenfalte, Blutwerte der werdenden Mama usw. absolut unauffällig waren, ist Eric. Er kam im Sommer 2004 mit Freier Trisomie 21 (einer der vier Formen von Down-Syndrom) zur Welt. Die Werte waren bei ihm völlig ok, eine invasive Untersuchung stand nicht zur Debatte, wodurch man das Down-Syndrom schon vorgeburtlich hätte diagnostizieren können. Aber mal abgesehen davon (und auch das ist wohl wichtig zu bedenken) ist der keine Kerl ein absolutes Wunschkind – und daran hat ein Zusatzchromosom für die Eltern nichts geändert. Ganz interessant ist der Diagnosebericht von Erics Mama zu lesen: "Ich habe geheult als wäre er tot", hat sie geschrieben und das sagt ja schon viel. Aber was sie dann geschrieben hat, sagt noch um einiges mehr... Aber das kann jeder selbst lesen: http://www.ericmagnus.de


Also zusammengefasst heißt das: Das Ersttrimester-Screening ist eine unsichere Sache. So oder so.

Wenn man nahezu 100-prozentige Sicherheit über eine Form von Trisomie und über einige andere chromosomal bedingte Behinderungen und Erkrankungen beim Baby haben möchte, muss man sich für invasive Untersuchungsmethoden (Chorionzottenbiopsie, Amniozentese...) entscheiden und sich auch mal darüber informieren, auf welche Besonderheit man das Baby eigentlich testen lässt und was eine Diagnose bedeutet. Für das Baby, für die Eltern, für die Schwangerschaft. Das finde ich persönlich ganz wichtig.

Liebe Grüße und alles Gute!
Sabine

Info-Angebot:

Fast jede werdende Mutter und jeder werdende Vater hat Angst, dass ihr heranwachsendes Kind behindert oder krank sein könnte. Das sind ganz normale und verständliche Sorgen.

Durch bestimmte vorgeburtliche Untersuchungen ist es heutzutage möglich, die Wahrscheinlichkeit für einige Behinderungen oder Fehlbildungen bei Baby herauszufinden. Einige Besonderheiten können sogar mit beinahe 100-prozentiger Sicherheit erkannt bzw. ausgeschlossen werden.

Wenn man sich darüber Gedanken macht, ob und wenn ja welche Untersuchungen man in Anspruch nehmen möchte, sollten der entgültigen Entscheidung gründliche Überlegungen und das Abwägen der Vor- und Nachteile vorangehen:

Ich biete allen Interessierten eine Zusammenstellung zum Thema Pränataldiagnostik an. Sie ist sehr ausführlich, geht unter anderem auf die gängigen Untersuchungen (Was wird gemacht?), die Untersuchungszeitpunkte sowie auf die Erkennbarkeit verschiedener Formen von Behinderung und Fehlbildungen ein.

Sie ist während meines Studiums entstanden. Insbesondere den Teil zu Linkhinweisen und Literaturtipps ergänze ich regelmäßig.

Der Text ist für medizinische Laien gut verständlich; schwierige Begriffe werden z.B. erläutert. Er gibt nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern ist ein Sachtext, der allgemeine Informationen bietet, nach denen man selbst entscheiden kann, was für einen persönlich sinnvoll erscheint.

Ich verschicke die Zusammenstellung gerne und natürlich kostenlos als Mailanhang. Wenn Interesse besteht, kann man sich über eMail (lebenshilfenrw@gmx.de) mit mir in Verbindung setzten. Ich versuche immer schnell zu antworten, in der Regel innerhalb eines Tages, aber gerade am Wochenende oder in den Ferien kann es auch etwas länger dauern.

Dies sind die Themen der Zusammenstellung:

- Allgemeines zum Thema Pränataldiagnostik
- Fragen zur Entscheidungsfindung
- Beratung zu Fragen der Pränataldiagnostik
- Messung der Nackentransparenz (NT-Screening)
- Double-Test
- Schwangerschaftsabbruch nach der 16. SSW, Umgang mit Geschwisterkindern
- Triple-Test (MoM-Test)
- (Farb-) Doppler-Ultraschall ((Farb-) Doppler-Sonographie)
- sonografische Feindiagnostik (Feinultraschall / Organscreening)
- 3D-Ultraschall
- 4D-Ultraschall (Live-3D-Ultraschall)
- invasive Pränataldiagnostik: Allgemeines
- Chorionzottenbiopsie
- Amniozentese (Amniocentese / AC / Fruchtwasserpunktion / Fruchtwasseruntersuchung)
- pränataler Schnelltest (FisH-Test)
- Cordozentese (Nabelschnurpunktion)
- Pränataldiagnostik bei Mehrlingsschwangerschaften
- weiterführende Links
- weiterführende Literatur (Bücher)
- Dokumentarfilme

 
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